Geschichte der Feuerwehr Biringen
Als die Freiwillige Feuerwehr Biringen im Jahre 1927 gegründet wurde, bestanden in den Nachbarorten bereits Freiwillige Feuerwehren.
Laut einem Bericht über den Stand der Feuerwehren im Kreis Saarlouis aus dem Jahre 1913 betrug die Stärke der seit 1907 bestehenden Pflichtfeuerwehr 25 Mann, zur Brandbekämpfung standen eine Handdruckspritze und 30 m Schlauch zur Verfügung, vier Übungen wurden im besagten Jahr abgehalten.
Im Spätsommer 1927 fand sich dann bei der Gründungsversammlung zur Freiwilligen Feuerwehr im Gasthaus Johannes die stattliche Zahl von 28 Bürgern bereit, den freiwilligen Feuerschutz zu übernehmen. Sie wählen den damaligen Ortsvorsteher Peter Klein zum ersten Wehrführer. 1929 wurden die Mitglieder mit Uniformen ausgestattet. Helme und Leinengurte stellte die Gemeinde zur Verfügung, die übrigen Uniformteile mussten aus der Vereinskasse bezahlt werden. Zur Aufbesserung der Vereinskasse spielte man Theater, organisierte Tanzveranstaltungen und richtete Preiskegelturniere aus.
Ebenfalls 1929 übernahm Mathias Pignon für ein Jahr die Führung der Wehr. In seiner Amtszeit fiel im Frühjahr 1930 der erste Einsatz der neu gegründeten Wehr bei der Bekämpfung eines Zimmerbrandes im Hause Peter Pignon . Im selben Jahr geriet am >Kalten Mittwoch< in Oberesch das Gasthaus Siebenborn in Brand. Die Biringer wurden um Hilfe gerufen und rückten als erste der Nachbarwehren an.
Unter der Amtsführung von Brandmeister Nikolaus Mohr (1930-1937) baute die Gemeinde 1937 ein Gebäude auf dem heutigen Anwesen von Familie Pohl zum Gerätehaus aus. Bis zu diesem Zeitpunk diente ein Schuppen neben der ehemaligen Volksschule zur Unterstellung der Feuerwehrgeräte. Ein weiteres wichtiges Datum war das Jahr 1936. Wegen der katastrophalen Wassernot in den Gaugemeinden im Sommer 1934 gewährte der Kreis im darauffolgenden Jahr Mittel zum Bau von Wasserleitungen in der Nordwestecke des Kreisgebietes. Ab 1936 wurde dann nach Fertigstellung der Ortswasserleitung die Wasserhilfe erheblich verbessert. Bisher musste das zur Brandbekämpfung benötigte Wasser teils von Hausbrunnen und in Eimerketten zur Spritze geschafft werden, teils in großen Wasserfässern aus Pferdefuhrwerken aus dem einen Kilometer entfernten Dorfbrunnen zur Brandstelle befördert werden.
1939 übernahm Jahann Peter Weidig das Amt des Wehrführers. Im selben Jahr brachte das Gesetz über das Feuerlöschwesen unerwünschte Veränderungen. Ab 1942 wurde die Wehr den Wehrgesetzen unterstellt; damit verschwand der Gedanke der Freiwilligkeit.
Aus der Freiwilligen Feuerwehr wurde die Feuerlöschpolizei.
Im August 1943 waren die Biringer wieder in Oberesch im Einsatz, als im Wirtschaftsgebäude des Landwirtes Jahann Peter Jahannes ein Brand ausbrach. Nach Kriegsende löste die Besatzungsmacht die Feuerwehr vorübergehend auf.
1946 wurde sie wieder neugegründet. Unter der Führung des seit 1939 amtierenden Wehrführers Jahann Peter Weidig wurde die Wehr neu organisiert.
1950 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus an der Dorfstraße eingeweiht und bezogen werden.
1956 wurde eine dringend benötigte Motorspritze angeschafft, sie löste die bisherige Handdruckspritze ab.
In die Amtszeit von Wehrführer Weidig fielen nach Kriegsende folgende Einsätze:
31.12.1950 Löschhilfe in Oberesch bei einem Brand im Hause A. Scher.
24.12.1954 Zimmerbrand im Anwesen Wilhelm Marschlewitz, Heinrich-Wirth-Str.
15.05.1955 Löschhilfe bei einem Großbrand im Anwesen G. Wilbois in Obersch.
04.05.1965 Schnapskesselexplosion im Anwesen Anna Bauer, Dorfstraße
12./13.05.1970 Tag- und Nachteinsatz bei der Hochwasserkatastrophe in Rehlingen
1970 legte Johannes Peter Weidig aus Altersgründen sein Amt nieder
Sein Nachfolger wurde Heinz Pignon. In die Zeit seines Wirkens fallen zwei Brände:
Am 16.08.1971 ein Zimmerbrand im Anwesen Edgar zimmer, Waldwieser Str., und am 18.04.1974 ein Flächenbrand in der Schonung hinter der Kirche. Seine Amtsführung brachte die weltbekannte, alljährlichen von der Freiwilligen Feuerwehr veranstalteten Waldfeste.
Seit 01.01.1974 bildet die Freiwillige Feuerwehr Biringen einen Löschzug innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Rehlingen/Siersburg. 1975 übernahm Bernhard Biehl kommissarisch das Amt des Wehrführers.
1976 übernahm Hans-Josef Heblich das Amt des Löschbezirksführers.
Einsätze in seiner Amtszeit:
31.12.1987 Treppenhausbrand, Waldwieser Straße 8, Metz Hartwig
10.01.1988 Zimmerbrand, Im Brühl 1, Gehres Philipp
Februar 1990 Sturmschäden durch Wibke
11.09.1993 Verkehrsunfall, L172, Höhe Sportplatz
Seit Mai 1979 besitzt der Löschbezirk Biringen ein Löschfahrzeug vom typ TSF, welches unserem Löschbezirk während der Übung zum 50jährigen Gründungsjubiläum 1977 zugesprochen wurde.
In den Jahren 1984+85 wurde das 1950 erbaute Feuerwehrgerätehaus umgebaut.
Nach 18jähriger Tätigkeit als Löschbezirksführer legte hans-Josef Heblich im Jahre 1994 sein Amt nieder.
Im November 1994 übernahm der bis dato stellv. Löschbezirksführer Zimmer Stefan das Amt als Löschbezirksführer.
Einsätze bis Januar 1997:
20.11.1994 Verkehrsunfall in Biringen, Dorfstraße, Ecke Waldwieser Straße
Juni 1995 Schwelbrand im Dachgeschoss Dorfstraße 10, Anwesen Wilbois
05.12.1996Wohnhausbrand Waldwieser Straße 8
21.01.1996 Kaminbrand Heinrich-Wirth Straße, Anwesen Welsch
21.08.1996 Öl-Einsatz Dorfstraße
Die Chronisten:
Egon Johannes
ab 1977 Zimmer Stefan